Therapie eines Charcot-Fuß

Wichtig ist ein früher Beginn der Therapie. Nicht zuletzt erfordert eine Behandlung auch ein großes Maß an Mitarbeit durch die Patienten, wenn sie erfolgreich sein soll. Ziel der Therapie ist immer eine Verformung des Fußes zu verhindern oder zu stoppen, um so eine mögliche Einschränkung in der Mobilität des Patienten zu vermeiden.
Mit der erfolgreichen Therapie ist ein Team aus verschiedenen Spezialisten betraut. Die Leitung der Therapie sollte von einem Diabetologen in einer diabetologischen Fußambulanz wie unsere erfolgen. Weiter zertifizierte Ambulanzen in ihrer Nähe findet man auf der Seite der AG-Fuß.
Zum Team zählt neben dem Diabetologen, Podologen, Ortopädieschumacher, technischer Orthopäde und Gipstechniker.
Der Hautpfeiler der Therapie ist die Entlastung des Fußes. Im akuten / aktiven Stadium geschiet dies durch die wöchentliche Anlage eines Unterschenkelgips in unsere Ambulanz. Dieser Gips wird TCC (Total Contact Cast) genannt und ist der Goldstandard der Therapie. Ambulanzen die die Gipstechnik nicht beherrschen, müssen zur Entlastungsbehandlung auf Spezialorthesen zurückgreifen. Leider sind diese Orthesen nicht in der Lage, sich genau an die bestehende Fußform anzupassen und erreichen so nicht die volle Ruhigstellung des Fußgelenkes.
Betroffene sollten mit Unterarmgehstützen oder einem Rollstuhl versorgt werden, um die Ruhigstellung und Entlastung des Fußes noch zu erhöhen.
Die Länge der Therapie richtet sich nach dem Verschwinden der Symptome (Schwellung und Überwärmung) und radiologischen Befund. Dieser wird mittels MRT erhoben und sollte zeigen, dass es zur Stabilität des Knochens gekommen ist. Im Durchschnitt dauer die akute / aktive Phase 6 Monaten. Somit muss mit einer Anlage von 26 TCCs in dieser Zeit gerechnet werden.
Ist es in der akuten / aktiven Phase zu Deformitäten gekommen, kann das Fußskelett nur duch die Behandlung stabilisiert werden, die Deformierung bleibt jedoch bestehen.

In der chronischen / inaktiven Phase des Charcot-Fußes ist das Ziel eine Fehlbelastung und Rückkehr in eine akute / aktive Phase zu verhindern. In dieser Phase muss die Versorgung beider Füße mittels orthopädischen Schuhwerkes erfolgen. Die Füße müssen langsam an die Belastung gewöhnt werden. Hiermit sollen Überbelastungen an beiden Füßen vermieden werden, so dass nicht auch am nicht betroffenen Fuß ein Charcot-Fuß entsteht.
Außerdem soll versucht werden, die Entstehung von Wunden an den Füßen zu verhindern, da diese bei Patienten mit Diabetes oft schlecht heilen.
Darüber hinaus ist eine optimale Behandlung des Diabetes mellitus wichtig, um weitere Folgeschäden durch die Erkrankung zu verhindern.
Waren die Maßnahmen nicht erfolgreich und hat der Betroffene starke Beschwerden, muss über eine chirurgische Therapie in einer Abteilung mit technischen Orthopäden nachgedacht werden. Die Operationen sind sehr aufwendig und die Nachbehandlung ist sehr langwierig und gehört damit in die Hände von Spezialisten. Hier wird dann die entstandene Fehlstellung so weit korrigiert, dass eine größere Mobilität wieder erreicht werden kann oder keine Wunden mehr durch die Fehlstellung entstehen können.

Verfaßt Dr. med. Markus Redzich für Praxis Dres. med. Redzich / Patzelt – ihr Diabetologe auch für Witten