Schwangerschaftsdiabetes

Rechtzeitig erkennen – Risiken vermeiden

Der Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes (GDM) ist eine Form der Zuckerkrankheit, die relativ häufig während der Schwangerschaft (5%) auftritt und in den meisten Fällen nach der Entbindung wieder verschwindet.
Die Schwangerschaftshormone stören das Gleichgewicht zwischen den Hormonen, die für die Regulation des Blutzuckers zuständig sind. Es kommt zu einem Mehrbedarf an Insulin. In vielen Fällen kann dies durch eine vermehrte Produktion von Insulin ausgeglichen werden, ist dies nicht der Fall steigt der Blutzuckerwerte an. In der Folge kann sich ein Schwangerschaftsdiabetes entwickeln.

Risiken für die Mutter:

  • Harnwegsinfekte
  • EPH-Gestose
  • evtl. eine Frühgeburt
  • erhöhte Fruchtwassermenge
  • Entbindung durch einen Kaiserschnitt

Risiken für das Kind:

  • verstärktes Wachstum (zu groß und zu schwer)
  • Lungenreifestörung
  • Atemprobleme nach der Geburt
  • Unterzuckerungsgefahr nach der Geburt


Werden normale Blutzuckerwerte erreicht lassen sich die Risiken vermeiden, daher ist eine Behandlung der erhöhten Blutzuckerwerte erforderlich!
 
 

Eine Untersuchung auf Gestationsdiabetes (GDM) mit einem blutzuckergestützten Verfahren ist daher 2013 als Kassenleistung verbindlich in die Mutterschaftsrichtlinien aufgenommen worden. Hiernach wird zwischen den Schwangerschaftswochen 24 und 27 (+6) ein oraler Glukosetoleranztest durchgeführt. Hier trinkt die Schwangere eine Zuckerlösung und dann wird zu festgelegten Zeiten der Blutzucker gemessen.

Für diesen Test gelten die nachfolgend aufgeführten Grenzwerte, die sich vom oralen Glukosetoleranztest zur Diagnose des Diabetes mellitus unterscheiden. Beim Überschreiten eines oder mehrerer Werte liegt ein Schwangerschaftsdiabetes vor.

Zeitpunkt Plasmaglukose
Nüchtern   92 mg/dl (5,1 mmol/l)
Nach 1 Stunde 180 mg/dl (10,0 mmol/l)
Nach 2 Stunden 153 mg/dl (8,5 mmol/l)

Machen Sie den Test – bei uns Zeitnah!

In unserer Praxis bekommen sie schnell einen Termin um einen oralen Glukosetoleranztest durchführen lassen. Sie wissen im Anschluss sofort, ob bei Ihnen ein Schwangerschaftsdiabetes vorliegt. Sollte dies der Fall sein, besprechen wir am selben Tag mit Ihnen, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten. Bitte beachten Sie die folgenden Voraussetzungen für den Test:

  • Testdurchführung am Morgen (Testbeginn zwischen 7:30 und 8:00 Uhr).
  • Am Abend vor dem Test dürfen sie bis 21:00 Uhr essen, dann nur noch Wasser trinken, nicht rauchen.
  • Der Test sollte nach einer dreitägigen kohlenhydratreichen Ernährung (150g KH pro Tag) durchgeführt werden, d.h. bitte ernähren sie sich ganz normal und versuchen nicht extra wenig zu essen
  • Bitte bringen Sie drei Stunden Zeit mit.
  • Der Test sollte bei normaler körperlicher Aktivität durchgeführt werden (keine Bettlägerigkeit).
  • Sie sollten zum Testzeitpunkt keine Infektionen haben (Schnupfen, Husten, Magen-Darm-Infekte).
  • Sie müssen die Zeit in der Praxis bleiben und nicht einkaufen oder sonstige Aktivitäten durchführen (bringen sie sich am besten zum Zeitvertreib etwas zu lesen mit (Tablett oder Smartphone)


    Wie wird der Schwangerschaftsdiabetes behandelt?

Zuerst wird eine Ernährungsberatung durchgeführt und mehr Bewegung empfohlen, was in den meisten Fällen reicht. Zur Kontrolle werden die Blutzuckerwerte nach einem bestimmten System kontrolliert. Bei weiter erhöhten Werten wird eine Insulintherapie empfohlen. 

 

Informationen zum Schwangerschaftsdiabetes in verschiedenen Sprachen (bitte die gewünschte Sprache anklicken):